Werl – Das junge Engagement in Werl, Wickede und Ense wurde bereits
mit 40.000 Euro vom Lions Club Werl gewürdigt. Nun kamen am
Dienstagabend noch einmal 6.000 Euro hinzu, denn vier junge
Preisträger wurden vom Lions Club für ihr ehrenamtliches Engagement
ausgezeichnet. Jeweils 1.500 Euro für ihre Vereine oder Projekte
erhielten Ruben Mawick für seinen Einsatz im Ukrainekrieg, Marvin
Krause für sein Engagement beim Youngstage Musiktheater, Timo Wulf von
der DJK Grün-Weiß Werl sowie Clarissa Geveler und Lukas Grote, die
sich beim Werler TV engagieren.
Seit 2012 vergibt der Lions Club Werl den Preis „Junges Engagement“
für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren.
Stephan Sterzenbach führte durch das Programm und betonte, dass ohne
diese Ehrenamtler vieles nicht möglich wäre. Er hob hervor, dass sie
Gutes für andere tun und dass dies ein Zeichen ihres Bewusstseins für
die drängendsten Bedürfnisse sei.
Clarissa Geveler und Lukas Grote
Lutz Langschmidt würdigte in seiner Laudatio die Nominierten Clarissa
Geveler und Lukas Grote von der Abteilung Geräteturnen und
Sportakrobatik des Werler TV. Sie betreuen Kinder und Jugendliche bei
regelmäßigen Gruppentreffen, Vorbereitungen zu Wettkämpfen und bei
landes- und bundesweit stattfindenden Wettbewerben. Die beiden
Preisträger üben ihre Tätigkeit seit fast 20 Jahren aus und haben sich
als Trainer durch Ausbildung und Studium qualifiziert.
„So ist es für die begleitenden Kinder und Jugendlichen möglich,
mehrmals in der Woche ihrem Spaß an Bewegung nachzukommen, sich bei
Wettkämpfen zu vergleichen und das starke Miteinander an
Gruppenerfahrung zu erleben.“ Obwohl Clarissa Geveler und Lukas Grote
in Soest und Hamm wohnen, hat es sie nicht daran gehindert, das
Sportangebot für die Kinder und Jugendlichen aufrecht zu halten.
Marvin Krause
Richard Hentschel würdigte das musikalische Ehrenamt von Marvin
Krause beim Youngstage Musiktheater. Die Musikbegeisterung zeigte er
schon mit fünf Jahren, als er sich entschied, Klavier spielen zu
lernen. Seine Klavierlehrerin soll in den ersten Jahren verzweifelt
gewesen sein, weil Marvin Krause nie nach Noten spielte, sondern dies
improvisiert nach Gehör machte. Erst bei seinem späteren Einsatz bei
Youngstage musste er dann gezwungener Maßen nach Noten spielen. Zudem
hat er einige Jahre parallel in der Showband „Planless“ Keyboard
gespielt und singt zusätzlich seit zwei Jahren im Konzertchor in Unna.
Im vergangenen Jahr übernahm er als Leiter den Chor „Vocemotion“.
Marvin Krause ist seit dem Musical „Tanz der Vampire“ im Jahre 2008
Mitglied des Orchesters. Vor zehn Jahren übernahm er die künstlerische
Leitung für Chor- und Sologesang.
Ruben Mawick
Lions-Präsident Michael Maas würdigte den außergewöhnlichen Einsatz
von Ruben Mawick im Ukrainekrieg. Auf dem Oberkörper des Preisträgers
sei „Freedom isn’t free“ tätowiert, dies sei „ein Zeichen seines
Bewusstseins für die drängendsten Erfordernisse“, so Maas. Ruben
Mawick habe mit nur 20 Jahren im vergangenen Sommer sein sicheres Werl
verlassen und sich freiwillig als ausgebildeterer Sanitäter bei der
internationalen Hilfsorganisation „Road2Rlief“ gemeldet, um verletzte
Zivilisten und Soldaten aus dem Kampfgebiet der Ukraine zu bergen und
die Menschen in Frontnähe zu versorgen. Als er sich mit drei weiteren
Helfern zu einer Lageerkundung im September in der Nähe von Bachmut
aufgemacht hat, traf vermutlich eine lasergesteuerte russische
Panzerabwehrrakete das Fahrzeug. Schwer verletzt konnte sich Ruben
Mawick mit dem schwedischen Fahrer in ein vier Kilometer entferntes
Lazarett retten. Eine spanische Helferin sowie ein kanadischer Helfer
überlebten den Angriff nicht. Nach monatelangen Behandlungen im
Krankenhaus in Lwiw kehrte Ruben Mawick nach Deutschland zurück. Im
Juni wird er für zehn Tage an die Front zurückkehren, um ein
Rettungsfahrzeug und Hilfsgüter bei einem Freund und Helfer
abzuliefern. Dafür sammelt er Spenden. Er möchte, dass die Menschen in
der Ukraine nicht vergessen werden. Ruben Mawick berichtete den
Anwesenden von seinen Erlebnissen in Wort und Bild.
Timo Wulf
Stolz verkündete Martin Haselhorst, dass er mit Timo Wulf einen
Jugendlichen ehren wird, der bei ihm in der DJK Grün-Weiß Werl als
kleiner Steppke mit Brille beim Kindertraining angefangen hat. Er sei
nicht der Typ gewesen, der die Tartanbahn zum Glühen gebracht oder der
sich immer vorlaut in die erste Reihe gedrängt hat. Er sei typisch für
seinen Verein, der Kindern eine familiäre Heimat gibt, Kinder stark
macht, mitnimmt und zur Übernahme von Verantwortung ermutigt. „Wie das
gelingt, dafür ist Timo Wulf ein Paradebeispiel.“ Er war als Kind
immer dabei, die Gemeinschaft sei ihm wichtig gewesen und nicht die
Bühne eigener sportlicher Performance.
Heute sei er mit seinen 22 Jahren eine tragende Säule des Vereins,
der sich durch Kompetenzen, Ideen, Einsatzwillen und Engagement eines
sehr jungen Teams zukunftsfähig aufgestellt hat. Er mache das nicht
als Hobby neben dem Studium, sondern nach harter körperlicher Arbeit
als Garten- und Landschaftsbauer. Sein berufliches Wissen bringt er im
Verein mit ein. Timo Wulf konzipiert nicht nur Werler Straßenläufe im
neuen Organisationsteam, er hilft auch bei den sportlichen Events der
DJK. Er sei ein richtiger Teamplayer.
Zum Abschluss betonte Michael Maas, dass der Lions Club hofft, durch
den Preis für das „Junge Engagement“ Projekte fördern zu können und
andere Jugendliche zur ehrenamtlichen Betätigung zu motivieren. Für
die musikalische Unterhaltung sorgten Ausschnitte aus dem Musical
„Annie“ vom Youngstage Musiktheater sowie Jurgen Skura und Leonie Franz.
Quellenangabe: Soester Anzeiger Werl vom 16.05.2024, Seite 10